Sie starten einen Filterzyklus. Der Druck baut sich auf. Alles sieht normal aus. Dann plötzlich – ein Anstieg der stromabwärts gelegenen Trübung. Sie öffnen das Gefäß und finden ein zerrissenes Netz an Ihrem Drahtgeflecht-Filterblatt. Wieder. Hören Sie auf, den Medien die Schuld zu geben. Der wahre Übeltäter ist wahrscheinlich Ihre Kantenversiegelung.
Hier ist, was passiert. Bei einem Standard-Blattfilter ist das Netz um ein Abflusssieb gewickelt und die Kanten sind an einen Rahmen geklemmt oder angeschweißt. Aber nach Dutzenden von Reinigungszyklen – Rückspülen, Schaben oder chemische Wäschen – löst sich diese Kantenversiegelung. Hochdruckschlamm findet die Schwachstelle, hebt das Netz an und dann reißt die freiliegende Kante wie eine Papiertüte. Aus einem kleinen Leck wird ein großer Riss.
Die Lösung? Es ist nicht mehr Schweißen. Es geht darum zu verstehen, wie sich Ihr Drahtgeflechtfilterblatt während des Betriebs biegt. Druckzyklen führen dazu, dass sich das Netz leicht aufbläht. Eine starre Randdichtung bewegt sich nicht mit. Dadurch entstehen Spannungskonzentrationen an den Ecken.
Hier erfahren Sie, was tatsächlich funktioniert. Überprüfen Sie zunächst Ihre Randabdichtung auf Lücken. Wenn Sie eine Visitenkarte zwischen Rahmen und Netz schieben können, liegt ein Problem vor. Zweitens wechseln Sie zu einem Design mit gefalteten Kanten, bei dem sich das Netz vollständig um den Rahmen legt und festgeklemmt und nicht nur punktgeschweißt wird. Drittens fügen Sie zwischen Rahmen und Netz ein weiches Dichtungsmaterial (Silikon oder EPDM) ein. Es komprimiert sich unter Druck und dichtet Mikrospalten ab, die bei harten Schweißnähten übersehen werden.
Was hat nun ein flacher Flexriemen damit zu tun? Überraschenderweise sehr viel. Dasselbe Prinzip der Kantenverstärkung wie bei flachen Flexbändern – bei dem Spiraldrähte an die Kantenschnüre geschweißt werden, um ein Ausfransen zu verhindern – gilt auch für Filterblätter. Einige Hersteller verwenden mittlerweile eine ähnliche Kantenverriegelungstechnik: eine durchgehende Laserschweißung, die der Maschenstruktur folgt, und nicht nur eine Sicke entlang des Rahmens. Das verteilt den Stress gleichmäßig.
Noch ein Tipp: Hören Sie auf, den Spannmechanismus Ihres Blattfilters zu fest anzuziehen. Übermäßiger Rahmendruck verformt das Filterblatt aus Drahtgeflecht und öffnet Lücken, anstatt sie zu schließen. Drehmoment nach Spezifikation, nicht nach „Gefühl“.
Ein zerrissenes Filterblatt aus Drahtgeflecht bedeutet nicht, dass Sie eine komplett neue Baugruppe kaufen müssen. Befestigen Sie zunächst die Randabdichtung. Sie verdoppeln die Lebensdauer Ihres aktuellen Blattes und müssen nicht mehr jeden Monat Lecks hinterherjagen. Und wenn Ihr Anbieter nicht erklären kann, wie seine Kantendichtung mit Druckwechseln umgeht, suchen Sie sich einen neuen Anbieter. Ihre Filterqualität hängt von dieser Dichtung ab – nicht nur vom Netz.